Der Deckprozess bei Alpakas
Von der induzierten Ovulation bis zur Geburt des Crias – alles, was du über die Zucht und Trächtigkeit bei Alpakas wissen musst. Mit interaktivem Trächtigkeitsrechner.
Geburtstermin berechnen
Gib das Deckdatum ein und erhalte den voraussichtlichen Geburtstermin, den frühesten und spätesten Termin sowie den aktuellen Fortschritt der Tragzeit.
Induzierte Ovulation
Alpakas haben keinen festen Zyklus wie andere Nutztiere. Der Eisprung wird erst durch den Deckakt selbst ausgelöst – man spricht von induzierter Ovulation.
Kein Zyklus
Alpakastuten sind fast durchgehend empfängnisbereit. Anders als bei Pferden oder Rindern gibt es keinen regelmäßigen Brunstzyklus mit festem Eisprung.
Follikelreife entscheidend
Für eine erfolgreiche Bedeckung sollte der dominante Follikel mindestens 6 mm groß sein. Per Ultraschall lässt sich der optimale Zeitpunkt bestimmen.
Eisprung nach 24–36 Stunden
Der Deckakt stimuliert die Ausschüttung von LH (luteinisierendes Hormon). Der tatsächliche Eisprung erfolgt etwa 24 bis 36 Stunden nach der Bedeckung.
Der Deckakt bei Alpakas
Der Deckakt bei Alpakas unterscheidet sich deutlich von dem anderer Nutztiere. Er findet im Liegen statt und dauert deutlich länger.
Vorspiel und Annäherung
Der Hengst nähert sich der Stute mit charakteristischem Orgeln – einem gurrenden, summenden Laut. Bei Empfängnisbereitschaft legt sich die Stute in die Kushlage (Brustlage).
Dauer: 10–45 Minuten
Der eigentliche Deckakt dauert zwischen 10 und 45 Minuten und findet vollständig im Liegen statt. Das ist bei Alpakas und Lamas völlig normal und kein Grund zur Sorge.
Orgeln als Zeichen
Während des Deckakts orgelt der Hengst kontinuierlich. Dieses Geräusch stimuliert den Eisprung der Stute und ist ein wichtiges Zeichen für einen erfolgreichen Deckvorgang.
Zuchtreife & Voraussetzungen
Nicht jedes Alpaka ist sofort zuchtfähig. Alter, Gewicht und Gesundheitszustand bestimmen, wann ein Tier zur Zucht eingesetzt werden sollte.
Stute: 14–18 Monate
Alpakastuten sollten frühestens mit 14 bis 18 Monaten gedeckt werden und mindestens zwei Drittel ihres erwarteten Endgewichts erreicht haben (ca. 45–50 kg).
Hengst: ab ca. 2 Jahre
Hengste werden in der Regel ab etwa 2 Jahren zuchtfähig eingesetzt, können aber schon früher fertil sein. Ein Deckfähigkeitstest beim Tierarzt gibt Sicherheit.
Gesundheitscheck
Vor dem Zuchteinsatz sollten beide Tiere tierärztlich untersucht werden: Gewicht, Zahnstatus, Parasitenbefall und allgemeiner Gesundheitszustand.
Trächtigkeitskontrolle
Nach der Bedeckung gibt es verschiedene Methoden, um festzustellen, ob die Stute tragend ist.
Spucktest nach 7–14 Tagen
Die einfachste Methode: Die Stute wird erneut dem Hengst vorgeführt. Spuckt sie den Hengst an und verweigert das Ablegen, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit tragend.
Ultraschall ab Tag 14–18
Per Ultraschall kann der Tierarzt eine Trächtigkeit ab dem 14. bis 18. Tag nach der Bedeckung sicher feststellen. Eine Kontrolluntersuchung nach 45 und 90 Tagen wird empfohlen.
Progesteron-Messung
Ein Bluttest auf Progesteron kann ebenfalls Aufschluss über eine bestehende Trächtigkeit geben. Hohe Werte deuten darauf hin, dass ein Gelbkörper aktiv ist (Gelbkörperfunktion) – ein Zeichen für eine Trächtigkeit.
Deckmethoden im Vergleich
Es gibt zwei gängige Ansätze: die kontrollierte Einzeldeckung und die Laufdeckung in der Herde. Beide haben Vor- und Nachteile.
Einzeldeckung (Handdeckung)
Hengst und Stute werden gezielt zusammengeführt. Das Deckdatum ist exakt dokumentiert, was die Trächtigkeitskontrolle und Geburtsterminplanung erleichtert. Standard in der professionellen Zucht.
Laufdeckung (Weidedeckung)
Der Hengst läuft frei mit den Stuten auf der Weide. Weniger Aufwand, aber das Deckdatum ist unbekannt. Risiko: Unkontrollierte Bedeckung zu junger Stuten oder verwandter Tiere.
Empfehlung
Für eine gezielte Zuchtplanung und genaue Dokumentation ist die Einzeldeckung die bessere Wahl. So weißt du immer, wann gedeckt wurde und kannst den Geburtstermin genau berechnen.
Optimaler Deckzeitpunkt
Dank der induzierten Ovulation können Alpakas grundsätzlich ganzjährig gedeckt werden. Die Planung des Deckzeitpunkts bestimmt, wann das Cria geboren wird.
Ganzjährig möglich
Da Alpakas keinen saisonalen Zyklus haben, ist eine Bedeckung zu jeder Jahreszeit möglich. Das gibt Züchtern große Flexibilität bei der Zuchtplanung.
Planung für Frühlingsgeburten
Viele Züchter planen die Deckung so, dass die Crias im Frühjahr geboren werden (April–Juni). Dafür sollte die Bedeckung im Mai bis Juli des Vorjahres stattfinden.
Herbstgeburten vermeiden
Geburten im Spätherbst oder Winter sind möglich, stellen aber höhere Anforderungen: Kälte, Nässe und kurze Tage können für Neugeborene problematisch sein.
Tragzeit & Geburt
Die Tragzeit bei Alpakas beträgt durchschnittlich 345 Tage, variiert aber zwischen 330 und 370 Tagen. Die Geburt verläuft in der Regel komplikationslos.
330–370 Tage Tragzeit
Die durchschnittliche Tragzeit liegt bei etwa 345 Tagen (ca. 11,5 Monate). Schwankungen von mehreren Wochen in beide Richtungen sind völlig normal.
Cria steht nach Minuten
Neugeborene Alpakas (Crias) stehen typischerweise innerhalb der ersten 30 bis 90 Minuten nach der Geburt auf und beginnen zu saugen. Sie wiegen bei der Geburt 6–9 kg.
Meist tagsüber
Alpakas gebären bevorzugt am Vormittag und frühen Nachmittag. Das gibt dem Cria genug Zeit, vor der kühlen Nacht zu trocknen, aufzustehen und erstmals zu trinken.
Zucht digital planen und dokumentieren
Mit ALPAKA.PRO dokumentierst du Deckdaten, überwachst Trächtigkeiten und behältst alle Geburtstermine im Blick. Zuchtplanung, die mitdenkt – speziell für Alpaka- und Lamazüchter.